Ethik

Ein großer Begriff, der oft in unterschiedlichster Art und Weise gebraucht wird und unter dem sich verschiedene Menschen oft unterschiedliche Dinge vorstellen: Ethik. Grob gesagt versteht man darunter – vom Griechischen abstammend – das weite Felde der philosphischen Moral.

Von der Ethik leiten sich viele verwandte Disziplinen ab, zu denen etwa die Rechts-, Staats- und Sozialphilosophie zu zählen sind. Kurz gesagt handelt es sich bei der Ethik um „praktische Philosophie“.

Aristoteles

Als eigenständige philosophische Disziplin wurde die Ethik von Aristoteles begründet, der auch den Begriff einführte.

Im Zentrum steht das menschliche Handeln und weniger die Hintergründe dessen. Diese werden in der „theoretischen Philosophie“ behandelt. Letztere schließt etwa die Logik, die Erkenntnistheorie und die Metaphysik mit ein – zu den „klassischen“ Disziplinen kommen aber immer neue und andere hinzu. Ihre Ursprünge hat die Ethik im klassischen Griechenland: Als eigenständige philosophische Disziplin wurde sie von Aristoteles begründet, der auch den Begriff einführte.

Der große Denker verstand unter Ethik die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen. Zugrunde liegt der schon von den Sophisten vertretene Denkansatz, es sei für das Vernunftwesen Mensch unangemessen, sein Handeln ausschließlich von Konventionen und Traditionen leiten zu lassen. Aristoteles ging davon aus, dass es grundsätzlich möglich ist, die menschliche Praxis vernünftig und theoretisch fundiert zu hinterfragen und reflektieren.

Aristoteles betrachtete die Ethik als philosophische Disziplin, die sich mit dem gesamten Bereich des menschlichen Handelns auseinander setzt. Dieser Gegenstand wird mit den Mitteln der Philosophie einer normativen Beurteilung unterzogen und dann folgt eine praktische Anleitung zur Umsetzung der so gewonnenen Erkenntnisse.

Als Aufgabe gilt, Kriterien das Handeln nach “Gut” und “Schlecht” festzulegen und eine Bewertung der Motive und Folgen desselbenzu verfassen. Aus diesem Zugang – der Allgemeinen Ethik als Grundlagendisziplin – entstehen die Angewandte Ethik, zu der je nach Zielgruppe etwa die Individual- und Sozialethik zählen.

Ganz zentral in allen Fällen ist das Prinzip der Vernunft, das etwa in der theologischen Ethik eine andere Rolle spielt als in vielen anderen Zugängen. Ziel ist immer die Erarbeitung allgemeingültiger Normen und Werte.

Hört sich alles recht kompliziert an, ist es genau genaommen aber ganz und gar nicht. Denn jene Teildisziplin der Philosophie – die Ethik – kann auch schlicht als Moralphilosophie subsummiert werden. Ihr gesamtes Streben richtet sich auf die Beantwortung weniger einfacher Fragen, die sich wohl jener stellt: Was soll ich tun? Wie soll ich handeln? Bei der Suche nach diesen Antworten sollen stets die Gesamtzusammenhänge berücksichtigt werden. Es geht also um konkrete Situationen, die wenn irgend möglich als Handlubgsanleitungen herhalten können sollten.

Meister dieser Ideen ist unter anderem der große Philosoph Immanuel Kant, der sich viele Jahrhunderte nach dem klassischen Hellenismus mit jenen Dingen auseinander setzte, die auch heute noch alle moralisch gesteuerten Erdenbürger bis ins tiefste ihrer Selle beschäftigen. Endgültige Antworten kann am Ende nur jeder für sich selbst finden – grobe Rahmenbedingungen sind und bleiben allerdings universell.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *