Die teleologische Ethik

Teleologische Ethiken sind sich darin einig, dass sie eine Handlung als gut ansehen, wenn sie der Erreichung eines moralischen Wertes dient. Somit ist die moralische Bewertung einer Handlung davon abhängig, ob ein Ziel erreicht wurde, weches vorher als moralisch wertvoll eingestuft wurde. Eine teleologische Ethik ist damit streng zielgerichtet (gr. telos = Ziel, logos = Lehre). Damit ist sie das genaue Gegenteil einer deontologischen Ethik (wie sie zum Beispiel Kant vertrat). Diese betrachtet zur moralischen Bewertung nicht das Ziel, sondern die Handlung an sich.

Der Utilitarismus

Die bekannteste heutige teleologische Ethik ist die des Utilitarismus. Schon seit der Antike gelten jene Werte als gut, welche dem Menschen ein glückliches Leben im Einklang mit sich selbst ermöglichen. Im Utilitarismus (lat. utilis = nützlich) wird dieser Gedanke neu aufgenommen und die gesamte Aufmerksamkeit auf die Nützlichkeit oder Schädlichkeit der Handlung gelegt. Somit werden die Handlungsfolgen, also die Ziele, betrachtet.

Das wohl bekannteste Prinzip von Jeremy Bentham (1748-1832) ist das sogenannte “greatest happiness principle”, was bedeudet, dass jede Handlung daran gemessen werden soll, ob sie möglichst gute Folgen für möglichst viele Menschen zu erreichen verspricht.

Da der individuelle Nutzen, Lust oder Glück (pleasure)- also die maximale Bedürfnisbefriedigung und Verminderung von Unlust – an erster Stelle steht, ist diese Form der teleologischen Ethik stark am Hedonismus orientiert. Was an dieser Stelle unter Lust und Glück zu verstehen ist, lässt der Utilitarismus jedoch offen.

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte zum Utilitarismus:
– Moralische Richtigkeit hängt von den Folgen der Handlungen ab
– Hedonistisch ausgerichtet
– Am Glück aller Betroffenen ausgerichtet

John Stuart Mill

John Stuart Mill ist gerade im Bereich der teleologischen Ethik zu großem Ruhm gekommen.

Wichtige Vertreter

Einer der wohl wichtigsten Vertreter der teleologischen Ethik ist zum einen Aristoteles, dessen Ethik auch davon ausgeht, dass eine gelungene Lebenspraxis von dem höchsten Gut abhängt. Für ihn ist das größte Ziel die Glückseligkeit (daher auch eudämonistische Ethik, von gr. eudaimonia), nach der alle Menschen streben.
John Stuart Mill und Jeremy Bentham sind gerade im Bereich des Utilitarismus zu großem Ruhm gekommen.

Neuere Vertreter einer teleologischen Ethik, welche den Utlilitarismus überarbeiten wollen, sprechen nicht mehr von dem höchsten Prinzip der Nützlichkeit, sondern dem Fairnessprinzip. Somit sollen Vorteile zu Lasten anderer vermieden werden. Schon Thomas Hobbes (1588 – 1679) hat in seiner Vertragstheorie diesen Gedanken genutzt. So geht er davon aus, dass zwischen zwei Vertragspartnern immer eine soziale und ökonomische Ungleichheit besteht. Die Verhandelnden müssen aber auf Grund der Fairness, Rücksicht aufeinander nehmen und sich aus eigenem Interesse an vereinbarte Handlungsregeln halten.

Bild: flickr

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