Utilitarismus

Der Utilitarismus ist ein ethisches Prinzip, welches auf dem Nützlichkeitsprinzip basiert. Letzteres besagt, dass eine Handlung im ethischen Sinne korrekt ist, sofern sie das Wohlergehen der von der Handlung Betroffenen sichert. Damit ist der Utilitarismus eine Ausprägung der teleologischen Ethik.

Bei der teleologischen oder auch konsequentialistischen Ethik liegt der Maßstab zur Bestimmung richtiger oder falscher Handlungen in der Konsequenz, die diesen Handlungen folgt. Damit steht sie der deontologischen Ethik gegenüber, die vor allem durch Immanuel Kants „guten Willen“ und „kategorischen Imperativ“ geprägt wurde.

Bei der deontologischen Ethik ist der Maßstab zur Bestimmung guter und schlechter Handlungen die Absicht und die Befolgung einer verpflichtenden Regel. Eine Handlung ist demnach ethisch vertretbar, sofern der Wille dahinter gut war und einer Handlungsmaxime folgte – ungeachtet der Konsequenzen.

Andersherum ist eine Handlung nach einer teleologischen Bewertung ethisch vertretbar, sofern die Konsequenz positiv ist, ungeachtet einer guten oder schlechten Absicht. Befassen wir uns nun genauer mit der teleologischen Ethik und dem Utilitarismus im Besonderen.

Wer prägte den Utilitarismus ?

Im 17. Jahrhundert äußerte sich der Philosoph Thomas Hobbes in seinem politisch-philosophischem Werk „Leviathan“ zugunsten einer utilitaristischen Ethik. Dabei sagt er, dass ein ethisch korrektes Verhalten ein solches Verhalten sei, das unser eigenes Wohlergehen fördere.

Jeremy Bentham

Geprägt wurde der Utilitarismus durch Jeremy Bentham, der u.a. durch Hobbes‘ Schriften beeinflusst wurde.

Geprägt wurde der Utilitarismus jedoch besonders ein Jahrhundert später durch den Philosophen Jeremy Bentham, der u.a. durch Hobbes‘ Schriften beeinflusst wurde. Nach Bentham ist die Grundlage des Utilitarismus, dass die menschliche Existenz durch Leiden und Glück bestimmt sei und dass es das Ziel des Menschen sein müsse Glück zu fördern und Leiden zu vermindern. Demnach werden auf ethischer Ebene im Utilitarismus nur Handlungen gebilligt, die Glück fördern. Demgegenüber werden Handlungen, die Glück verhindern, missbilligt. Die Ansicht, dass es das Ziel des Menschen sein solle, Glück zu vermehren und Leid zu verringern, nennt man auch Hedonismus.

Das Prinzip, welches diesen Hedonismus in der Ethik umsetzten will, nannte Bentham das Prinzip des maximalen Glücks („Handle so, dass das größtmögliche Maß an Glück für die größtmögliche Anzahl von Menschen entsteht.“) Jedoch lässt sich nicht so einfach sagen, dass ein Verhalten genau dann ethisch ist, wenn es Glück fördert, denn es stellt sich die Frage was die Faktoren sind, die dieses Glück ausmachen. Bentham nennt dafür verschiedene Punkte, die wichtig sind, um das Glück zu berechnen.
Durch diese Art und Weise der Berechnung des Glück erhält das Prinzip auch den Namen des „hedonistischen Kalküls“.

Folgende Faktoren sind im hedonistischen Kalkül zu beachten:

  • Die Intensität des Glücks
  • Die Dauer des Glücks
  • Die Gewissheit/Ungewissheit des Glücks
  • Die Nähe oder Ferne einer Freude oder eines Leids
  • Die Folgenträchtigkeit einer Freude oder eines Leidens; d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass auf Freud/Leid Empfindungen derselben Art folgen
  • Die Reinheit der Freude oder des Leids; d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass auf Freud/Leid nicht Empfindungen entgegengesetzter Art folgen.
  • Das Ausmaß, d.h. die Anzahl der Betroffenen

Handlungs- und Regelutilitarismus

Genauer nennt man den Utilitarismus nach Bentham und dem hedonistischen Kalkül auch Handlungsutilitarismus. Beim Handlungsutilitarismus werden einzelne Handlungen nach ihren Konsequenzen beurteilt. Eine weitere Form des Utilitarismus ist der Regelutilitarismus. Dieser misst den ethischen Wert einer Handlungsregel und nicht nur der Einzelhandlung.

Damit steht der Regelutilitarismus der deontologischen Ethik sehr nahe, denn auch hier geht es um die Absichten einer Handlungsregel. Eine Handlungsregel, die durch das hedonistische Kalkül geprüft werden könnte ist z.B. Minderheitsdiskriminierung nicht gelten zu lassen. Durch Anwendung der Punkte, die Bentham anführt, könnte man so als Regelutilitarist zu dem ethischen Urteil kommen, dass Minderheitsdiskriminierung ethisch nicht vertretbar ist.

Die Unterscheidung zwischen Handlungs-und Regelutilitarismus wurde eingeführt, da es bei der handelsutilitaristischen Beurteilung einer Einzelhandlung, die das größtmögliche Glück für die größtmögliche Anzahl von Menschen hervorbringen soll, leicht zur Diskriminierung von Minderheiten kommen kann.

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